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Konzeption

unsrer heilpädagogischen Einrichtung zur

Unterbringung von Kindern und Jugendlichen im
Seebad Zempin auf Usedom

1.  Selbstverständnis

Zielsetzung, Organisation, Arbeitsweise

Im Haus Achterwasser erwartet die Kinder und Jugendlichen ein familiär geprägtes Umfeld entsprechend einer Großfamilie mit Erziehern und Heilerziehungspflegern als Betreuer. Dabei wird besonderer Wert auf ein angstfreies und gemütliches Wohnen gelegt. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen ist heilpädagogisch ausgerichtet. Ihnen wird eine Eingliederung in den Schulalltag und das soziale Umfeld ermöglicht. Zielsetzung ist die Hinführung in ein selbstbestimmtes, eigen-ständiges Leben. Dazu gehört die Erlernung eines Berufes, um seine Eigenständigkeit finanziell absichern zu können. Ein weiterer Punkt der Zielsetzung ist die Rückführung in die Familie, wenn nach Einschätzung der Einrichtung und der zuständigen Jugendämter das sicher möglich ist.

2.  Zielgruppen und gesetzliche Grundlagen

Die Arbeit in der Einrichtung ist auf Kinder und Jugendliche mit folgenden Auffälligkeiten und Defiziten ausgerichtet:

           Verhaltensauffälligkeiten in der Schule und dem sozialen Umfeld

           Lernprobleme und Schulverweigerung

           ADS / ADHS

           Dissoziale Persönlichkeitsstörung

           Gefährdung im häuslichen Umfeld

           Autoaggression

           Psychosozial bedingte Entwicklungsstörungen

           Missbrauch und körperliche Gewalt durch Erwachsene

Kinder und Jugendliche, die unsrer Hilfen bedürfen, fallen gewöhnlich im Hort, Kindergarten und Schule durch ihr Verhalten auf. Kinder und Jugendliche, die den Schulbesuch verweigern, verstoßen nicht nur gegen das entsprechende Gesetz, sie verpassen auch den Zugang zu einer Berufsausbildung und damit die Möglichkeit eines zukünftig zufriedenstellenden eigenständigen Lebens.

In der Einrichtung werden, soweit noch nicht bekannt, die Ursachen zu den Verhaltensweisen ergründet und durch gezielte heilpädagogische Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen positiv verändert. Sind Misshandlungen durch Gewalteinwirkungen noch äußerlich sichtbar, laufen seelische Misshandlungen und sexueller Missbrauch verdeckt und nicht leicht erkennbar ab. Nach Rückführung ins Elternhaus ist seitens der Einrichtung eine Nachbetreuung vor Ort gegeben. Dasselbe gilt für Kinder und Jugendliche in der Verselbständigungsphase außerhalb der Einrichtung.

3.  Aufnahmeverfahren / Kriterien

Das Alter der Kinder und Jugendlichen sollte zwischen 6 und 18 Jahren liegen. Es kann im Einzelfall Ausnahmen nach oben und unten im Altersbereich geben. Die Problematiken und Gründe zur Unterbringung werden vor Aufnahme in die Einrichtung detailliert bekannt gemacht. Dazu gehören Berichte zu Familie, sozialem Umfeld und Schule. Die Kenntnis über körperliche Befindlichkeiten und Medikationen sollen unbedingt bekannt gegeben werden. Zur Aufnahme gehören auch die Ergebnisse von eventuell durchgeführten Tests und Untersuchungen.

4.  Zielsetzungen

4.1   Kurzzeitziele

Erstes Ziel ist die Integration der Kinder und Jugendlichen in die Wohngruppe, dazu gehört den Kindern und Jugendlichen ein Gefühl der Sicherheit und des Wohlbefindens zu vermitteln.

Bereits vor der Ankunft der Kinder und Jugendlichen haben vorbereitende Kontakte mit der zuständigen Schule stattgefunden. Ziel ist ein regelmäßiger Schulbesuch. Die zuständige Schule weiß, dass die Einrichtung in der Schulzeit ständig ansprechbereit ist. Die aufnehmende Schule erarbeitet für das Kind eine Schulverlaufsplanung, die durch ständige Kontakte entsprechend fortgeschrieben wird.

4.2   Langzeitziele

Wichtigstes Ziel ist die Rückführung der Kinder und Jugendlichen in den Familienverband.

Ein wesentliches Ziel ist neben der Eingliederung in die Gruppe die Eingliederung in das soziale Umfeld, etwa in örtliche Vereine. Freundschaften außerhalb der Einrichtung werden seitens der Einrichtung durch gegenseitige Einladungen zu Feiern unterstützt. Wichtig ist das Erreichen von Selbstsicherheit. Dazu gehört persönliche innere Ruhe, Ausgeglichenheit und die eigenständige Verhaltenssteuerung im Zusammenleben mit anderen Menschen.

Weitere wesentliche Zielsetzungen sind ein positiver Schulabschluss und das Erlernen eines selbst gewählten Berufs mit Zukunft um sein weiteres eigenständiges Leben finanziell sichern zu können.

5.  Methoden

Das Betreuungspersonal samt aller Angestellten sind für die Wohngruppe ein Team, das nach innen und außen eine einheitliche Linie vertritt. Es ist Grundverständnis regelmäßige Teamsitzungen abzuhalten. Hier wird im Team und in Einbeziehung der Einrichtungsleitung detailliert die Problematik aller Bewohner, zuerst für ihn oder sie und dann im Bezug zur gesamten Gruppe und Elternhaus, besprochen. Für die vorab aufgezeigten Problematiken und auch die hier noch nicht genannten, sollen Wege und Lösungen erörtert und festgelegt werden. Dabei wird die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen weg vom strikten Regulieren in Richtung positives Erleben mit viel Spaß und noch mehr Lachen umgeleitet.

persönliche Zuwendung und Gespräche wird das Geschehene und seine Folgen mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen aufgearbeitet. Eine klassische Möglichkeit mit dem Kind ins Gespräch zu kommen und im Gespräch zu bleiben ist das Einbeziehen in eine Tätigkeit, die der Betreuer die Betreuerin gerade vorhat. In dieser gelockerten Situation kommt man einfach besser an die Kinder und Jugendlichen heran, als eine extra angesetzte und ganz wichtig erscheinende Gesprächssituation. Schwerwiegendere Situationen bedingen einer Teambesprechung und die Einbindung anderer Betroffener aus dem Einrichtungsumfeld oder der zuständigen Schule.

Gesetze dürfen nicht gebrochen werden. Sollten etwa Diebstähle in Geschäften in der Gruppe bekannt werden, wird dies nicht vertuscht, sondern aufgeklärt und wenn nötig zur Anzeige gebracht.

5.1  Spiele und Erlebnispädagogik

In der Gruppe sind viele Gesellschaftsspiele vorhanden, die dann auch genutzt werden. So entstehen positive Gruppengefüge die das entspannte Zusammenleben fördern. Hier sind neben dem Spiel Unterhaltungen möglich, die konfliktfrei laufen können. Außerdem besteht beim Spiel die Möglichkeit aufkommenden Streitereien abzubauen und dies so für den Alltag zu üben. Zur Stärkung der Persönlichkeit werden in die Freizeitpädagogik erlebnispädagogische Elemente eingebaut. Auf Usedom gibt es Angebote wie den Klettergarten oder Inselsafaries, Skaterbahnen, Bootstouren und noch vieles mehr. Solche Angebote werden gut vorbereitet und ebenso nachbereitet.

5.2  Arbeits- und Lernhilfen

Neben dem alltäglichen Geschehen wird in der Einrichtung daran gearbeitet den Kindern und Jugendlichen Selbstsicherheit zu geben und ihre Lernkompetenzen zu stärken. Wir wollen ihnen helfen in den schulischen, sportlichen und sozialen Wettstreiten bestehen zu können. Zur Unterstützung der Kinder und Jugendlichen verfügt die Einrichtung über erprobte Übungs- und Trainingsmethoden die hier zur Anwendung kommen. Dabei helfen wir die Lernfähigkeit auszubauen und zu festigen, die Wahrnehmungsfähigkeit zu fördern und bessere Schulleistungen zu erreichen. Wir nutzen dazu in der Heilpädagogik angewendete Verfahren wie Biofeedback-Trainings, audiovisuelle Wahrnehmungsförderung und sportliche Übungen zur Körperhaltung sowie Festigung des Körperchemas. Die Übungen sind in Computerspiele und Übungen verpackt und werden erfahrungsgemäß von Kindern und Jugendlichen gerne genutzt.

 

Das ist eine Kurzfassung unserer Konzeption, auf Anfrage stellen wir Ihnen gerne das gesamt Konzept zur Verfügung.